
SALZBURG - Filzmoos - Bachlalm

Tour:
Bachlalm
Region: Filzmoos / Dachsteingebirge
Charakter:
Wandertour;
Wanderweg über die Filzwiese zur Bachlalm
Anreise: auf der A10 bis Eben, dann auf der Landstrasse aufwärts bis Filzmoos
Höhendifferenz: ca. 500 m
Gehzeit: 3 Stunden
Die Wanderung über die Filzwiese zur Bachlalm beginnt in Filzmoos kurz oberhalb des Dorfzentrums beim Intersport Flory. Links neben dem Geschäft geht es der Straße entlang leicht aufwärts bis zum Buschhäusl. Von Filzmoos und einem Teil der Wanderroute kann man einen herrlichen Blick zur Bischofsmütze geniessen.
Der steileren Strasse aufwärts folgend wird eine Kurve erreicht. Hier zweigt der Fußweg in den Hochwald ab. Man quert auf dem Waldpfad aufwärts immer wieder die alte Hachauer Höhenstrasse. Auf dem Weg kreuzt man auch den Hallmoos Rundweg. Hallmoos ist ein Bauernhof bei Filzmoos. Die erste Rastbank wird bald erreicht.
Die markante Bischofsmütze begleitet den Wanderer beim ersten Drittel der Wanderroute. Diesem Berg wird spirituelle Kraft zugesprochen. Die Bischofsmütze liegt auf einem die Erde umspannenden Energiefeld. Dessen stärkstes Zentrum ist im Himalayagebirge. Der Gipfel der Bischofsmütze (2.458 m) ist nur über einen Klettersteig (III) erreichbar.
Nach dem steileren Aufstieg durch den, auch an heissen Tagen, kühlenden Wald wird eine Lichtung erreicht. Gegenüber liegt der Rettenstein (2.247 m). Der ursprüngliche Name dieses Berges ist Röttelstein. Die rötliche Farbe ist Ergebnis des hohen Eisengehaltes in diesem Gestein. In früheren Zeiten wurde im Röttelstein Silber abgebaut. Auch "on-tour" war bereits auf dem Rettenstein.
Der Weg führt weiters direkt über das Moor "Filzwiese". Um ein gefahrloses Begehen zu ermöglichen wurden hier Holzstege errichtet. Beim Abzweig geht es links weiter. Moore sind Gebiete mit Torfablagerungen. Ihre Tiefe beträgt mindestens 30 bis 40 cm.
Die Entwicklung von Mooren begann am Ende der letzten Eiszeit. In Gletscherwannen entstanden seichte Teiche oder Seen. Diese waren durch Tonablagerungen abgedichtet. Diese schlecht entwässerten Becken wurden allmählich von Torfmoosen und typischen Niedermoorpflanzen bedeckt und füllten sich mit Torf. Am Rand der Filzwiese führt der Weg auf einer Forststrasse weiter.
Mooroberflächen sind strukturiert, da verschiedene Torfmoosarten unterschiedliche Wachstumsmerkmale aufweisen. Vertiefungen, sogenannte Schlenken, bilden offene Wasserstellen, wenn sie sich mit Regenwasser füllen.
Am Ende der Filzwiese geht es wieder aufwärts durch den Wald. Der Weg zur Bachlalm ist als roter Weg im Filzmooser Tourenbuch gekennzeichnet. Für diese Wege sind eine gute Grundkondition und Trittsicherheit erforderlich.
Nach einem kurzen steileren Anstieg lädt eine Bank zu einer kurzen Pause ein. Im Süden sieht man in die Niederen Tauern. Der Hochgolling (2.863 m), als höchster Gipfel der Schladminger Tauern, ist zu erkennen. Vor den Niederen Tauern liegt der Retisberg.
Neben dem Wandersteig geht es nun immer wieder steil abwärts. In diesem Abschnitt ist Trittsicherheit notwendig. Gute Wanderschuhe mit einem entsprechenden Profil und knöchelhohem Schaft sind vor allem bei nassem Untergrund hilfreich.
Eine Quelle am Weg erfreut den Wanderer sehr. Frisches Quellwasser ist übrigens eines der gesündesten Getränke. Die Struktur und Energie des direkt aus dem Berg kommenden Wassers kann nicht konserviert werden.
Nach einem Waldstück wird eine Anhöhe erreicht. Hier eröffnet sich nun der Blick zum Dachsteingipfel und der Dachsteinsüdwand.
Der Dachstein ist einer der letzten Gletscherberge der Ostalpen. Der beinahe dreitausend Meter hohe Gipfel (2.995) liegt an der Grenze zwischen der Steiermark und Oberösterreich.
Oberhalb des Wanderweges befindet sich der Nösslerriedel. Für den Rückweg nach Filzmoos ist dies eine empfehlenswerte Wanderroute. Für den Rücktransport ab der Bachlalm steht allerdings ein Wanderbus zur Verfügung.
Der Hohe Dachstein ist sehr felsig. Häufig wird er vom Osten und Westen über die Gletscher und die anschliessenden Kletterrouten bestiegen. Eine Begehung ist nur für geübte Bergsteiger oder mit Bergführer zu empfehlen.
Auf einer Forststrasse führt der Weg nun leicht abwärts weiter zur Bachlalm.
Auf der Wiese bei der Bachlalm weiden häufig Kühe. Diese sind typische Wiederkäuer. Auf den Almen bei Filzmoos finden die Tiere viele saftige, naturbelassene Kräuter. Der Wanderer sollte diesem grossen Tier mit Respekt begegnen. Grundsätzlich aber geben Kühe dem Menschen den Weg frei, da sie ihn wesentlich grösser wahrnehmen, als er ist.
Hinter der Bachlalm sind Murmeltiere zu beobachten. Setzt man sich ruhig auf einen Stein oder ins Gras kommen die liebenswerten Murmeltiere sehr bald aus ihren Höhlen. Füttern sollte man sie aber nicht. Sie benötigen energiereiche Kräuter um für den Winterschlaf gerüstet zu sein. Die selbst gegrabenen Baue sind bis zu 3 Meter tief. Die Wohnhöhlen bieten Schutz vor Witterung und Feinden.
Für den Winterschlaf polstern die Murmeltiere ihre Wohnhöhlen mit Heu aus. Der Winterschlaf dauert rund 8 Monate. Die Murmeltiere verlieren während dieser Zeit bis zu 40 Prozent ihres Gewichtes. Die kleinen, liebenswerten Bachlalmbewohner können bis zu 18 Jahre alt werden. Bei Gefahr stossen die Murmeltiere einen Schrei aus.
Die Unterkunft auf der Bachlalm wurde im Jahr 1947 von einer abbruchreifen Almhütte zu einer Schutzhütte umfunktioniert. Kurz nach dem Krieg war es schwierig Baumaterial zu bekommen. Der Kalk wurde daher selbst gebrannt. Die Wände wurden aus selbst geschlagenem Holz gezimmert. Heute ist die Bachlalm ein beliebtes Ausflugsziel.
Die Wiese bei der Hütte lädt zu einer verdienten Pause ein. In diesem idyllischen Umfeld wurde in den 40er Jahren des vorigen Jahrhunderts ein Teil eines Heimatfilms mit Gunther Philpp und Herta Staal gedreht. Der Film „ Hofjagd in Bad Ischl“ wurde ein grosser Kinoerfolg.
Bei einem erfrischenden Getränk und einer kleinen Stärkung kann man das beeindruckende Dachsteinmassiv entspannt geniessen.
In den Gasträumen der Hütte gibt es einen ausgestopften Braunbären zu besichtigen. Der Braunbär ist in den Alpen wieder heimisch.
Die Zufahrt zur Bachlalm ist für Privat-Pkw nicht gestattet. Für die Rückfahrt nützt man am besten den Wanderbus nach Filzmoos. Wer spärlich bekleidete junge Damen auf der Alm zu sehen meint, hat wahrscheinlich weniger das Glück auf eine überschwengliche Alm-Gaudi zu treffen, als schlicht und einfach den Filzmooser Wanderbus verpasst zu haben.