
KÄRNTEN - Millstätter See - Enzian-Granatsteig

Tour:
Enzian-Granatsteig
Region: Millstätter See
Charakter:
Familien- & Wandertour; Höhenrundwanderweg mit Gletscherblick
Anreise: auf der A10 bis Feistritz, von Millstatt zur Lammersdorfer Almhütte
Höhendifferenz: ca. 450 m im Auf- und Abstieg
Gehzeit: 31/2 Stunden
Ausgangspunkt des Enzian-Granatsteiges in den Kärntner Nockbergen ist die Lammersdorfer Hütte. Von Millstatt führt eine Mautstrasse zur Hütte. Kunstvoll geschnitzte Baumgesichter ziehen die Aufmerksamkeit auf sich.
Am Parkplatz auf der Lammersdorfer Alm erwartet den Wanderer bereits eine beeindruckende Bergkulisse. Das Goldeck auf der gegenüberliegenden Seite des Drautales ist einer der schönsten Aussichtsberge Kärntens.
Die Lammersdorfer Hütte ist eine urige alte Berghütte auf der man mit selbstgemachten einheimischen Käsesorten, wie dem Glundner, verwöhnt wird. Auf der gesamten Strecke gibt es keine weitere Einkehrmöglichkeit, daher sollte man sich bei Bedarf vor der Wanderung noch ein bisschen stärken.
Der Name Enzian-Granatsteig weist ja bereits auf ein Enzian- und Granatvorkommen hin. Bei dem Granatvorkommen handelt es sich um eines der grössten in Europa.
Über saftige Almwiesen führt der Wanderweg aufwärts Richtung Lammersdorfer Berg. Erste Eindrücke von dem im Tal liegenden Millstätter See eröffnen sich. Direkt hinter dem See erstreckt sich eine mit Wald und Moos bedeckte Hochebene. Dahinter liegt das Drautal. Vor dem Goldeck kann man einen Teil von Spittal an der Drau erkennen.
Der Enzian ist das Symbol des Rundwanderweges. Entsprechende Markierungen wiesen kunstvoll darauf hin. Der lateinische Name „gentine“ (=Enzian) leitet sich von Gentilus ab. Dieser soll um 100 vor Christi König von Illyrien gewesen sein. Er gab Empfehlungen zum Einsatz von Enzian zur Bekämpfung von Pest ab.
Der Stengellose Enzian wird von den Einheimischen liebevoll „Gugguhandsch“ genannt. Er ist auch unter den Bezeichnungen Bitterwurz, blaue Hosen, Fingerschuh und Guggerschuh bekannt. Mit ihrem kurzen Stengel wächst die blaue Bergblume in Felsspalten und auf Almweiden.
Auf dem Weg aufwärts lohnt es immer wieder innezuhalten und die beeindruckende Bergkulisse zu geniessen. Im Süd-Westen sieht man bereits die zahlreichen Gipfel der Kreuzeckgruppe emporragen. Am Nordufer des Millstätter Sees breitet sich der Ort Seeboden aus.
Bald ist der erste Gipfel des Höhenrückens vom Lammersdorfer Berg zu erkennen. Ein kleiner Anstieg ist noch zu bewältigen bevor das Lammersdorfer Almkreuz erreicht wird.
Beim Lammersdorfer Almkreuz empfiehlt sich die erste Rast. Eine Sitzbank lädt zum verweilen und geniessen des prächtigen Panoramas ein. Südöstlich vom Goldeck reicht der Blick über die Gailtaler Alpen bis zum Karnischen Hauptkamm. Östlich davon erstrecken sich die Julischen Alpen, davor kann man die Villacher Alpe erkennen.
Westlich vom Goldeck sieht man in die Kreuzeckgruppe.
Ein Stück noch aufwärts, dann ist man am Höhenrücken anlangt. Die farbenfrohe Alpenflora sorgt für eine abwechslungsreiche Wandertour.
Beim „Stana Mandl“ erinnert eine Gedenktafel an das einstige Magnesitwerk auf der Millstätter Alpe. Die Bergknappen mussten bis in die fünfziger Jahre zu Fuss zu ihrer Arbeitsstätte gehen. Damit sie auch im Winter bei Schneetreiben oder bei Nebel den Weg finden konnten, errichteten sie an dieser Stelle ein Steinernes Mandl.
Nur wenige Meter vom „Stana Mandl“ entfernt liegt der Gipfel des Lammersdorfer Berges. Tafeln informieren in Wort und Bild über Geologie, Flora und das weitläufige Gipfelpanorama.
Die Hochalmspitze in den Hohen Tauern ist im Sommer, auf Grund ihres Gletschers, gut zu erkennen. Der 3.360 Meter hohe Berg ist der höchste in der Ankogelgruppe. Als „Tauernkönigin“ ist die Hochalmspitze vielen Bergsteigern ein Begriff.
Links vom Goldeck kann man den Hausberg der Villacher, die Villacher Alpe, auch Dobratsch genannt, sehen. Dahinter liegen bereits die Julischen Alpen. Als höchste Erhebung ist hier der Triglav (2.863 m) zu erkennen. Östlich davon erstrecken sich die Karawanken.
Neben dem Bergpanorama ist auch der Blick hinunter zum Millstätter See beeindruckend. Die Millstätter Halbinsel am nördlichen Ufer ist deutlich erkennen.
Der Aufstieg auf den Lammersdorfer Berg ermöglicht auch einen weiten Blick in die nord-östlich gelegenen Berge. Der Mirnock im Osten des Millstätter Sees ist ein von einer Kraftlinie durchzogener Berg. Diese erstreckt sich vom Grossglockner über den Millstätter See bis zum Mirnock.
Der Grosse Rosennock ist mit 2.440 Metern der höchste Nockberg. Die Nockberge gehören zu den Gurktaler Alpen. Die Nockberge sind durch sanfte, weitläufige Bergkuppen gekennzeichnet. Ihre weitgehend baumfreien Gipfel sind ein beliebtes Wandergebiet. Der Saunock und der Plattnock liegen nord-westlich vom Grossen Rosennock.
Kühe finden auf der Lammersdorfer Alm nicht nur köstliche Bergkräuter und –blumen vor, sondern auch ausreichenden Wasservorrat. Das würzige und gesunde Nahrungsangebot sorgt für einen natürlichen und biologischen Verlauf der Nahrungskette.
Der Wanderweg führt nun relativ eben weiter zur Millstätter Alpe. Der grossartige Ausblick zur Hochalmspitze ist auf diesem Wegabschnitt ständig präsent.
Im Urgestein des Lammersdorfer Berges eingebettet durchschreitet man nun eines der grössten Granatvorkommen Europas. Das Wort Granat leitet sich vom lateinischen „granum“, was soviel wie Korn bedeutet, ab. Die rote Farbe von Granat wird beim Polieren sichtbar. Granat gilt als Stein der Helden.
Bevor man vom Obermillstätter Almkreuz mit dem Abstieg beginnt, empfiehlt sich noch ein Abstecher zur Millstätter Alpe. Am Gipfel wird man mit einem weitläufigen Panorama belohnt.
Von der Millstätter Alpe aus gibt es auch reizvolle Wanderrouten zu benachtbarten Gipfeln. In nordwestlicher Richtung gelangt man zum Millstätter Törl. Von dort kann man zum Hochpalfennock aufsteigen um zum süd-westlichsten Gipfel der Nockberge, dem Tschiernock, weiter zu wandern.
Beim Obermillstätter Almkreuz beginnt der Abstieg. Bänke und Tische laden zum gemütlichen Rundblick ein.
Die Entstehung des Millstätter Sees ist eiszeitlichen Gletschern zu verdanken, die vor ca. 15.000 Jahren nahezu das gesamte Land bedeckten. Die Gletscher formten in vielen Teilen Kärntens „Mulden“ aus, welche sich später mit Wasser füllten. Eine Menge von ungefähr 1.200 Kubikmeter Wasser füllt den heutigen Millstätter See.
Der Unterschied zwischen den sanften Hügeln der Nockberge und den schroffen, schnee- und eisbedeckten Gipfeln der Hohen Tauern ist hier sehr gut beobachtbar. Besonders herrausragend ist die Hochalmspitze im Hintergrund.
Der Weg abwärts führt zunächst entlang der Markierung 192 und dann der Nummer 191 folgend über den Lärchenriegelsteig. Der Blick auf den tiefsten und einen der wärmsten Badeseen Kärntens begleitet den Wanderer dabei.
Vom Granat wird in der Sage erzählt, dass er im Dunkeln leuchtet. Im Mittelalter liessen sich Krieger Granate in ihre Schilder und Schwertknaufe einarbeiten um gegen Verwundung geschützt zu sein. Als spirituelles Schmuckstück soll Granat Mut und Hoffnung schenken. Seine Wirkung soll in Krisenzeiten helfen die Regenerationskräfte zu unterstützen.
Am Weg liegt die Ortner Hütte. Sie ist im Sommer teilweise bewirtschaftet und man kann hier Produkte aus der hauseigenen Sennerei verkosten.
Der Weg führt nun durch den Wald weiter abwärts. Mehrere Quellen liegen am Weg.
Zum Abschluss der abwechslungsreichen Wanderung am Enzian-Granatsteig kann man auf der Lammersdorfer Hütte, bei einer zünftigen Kärntner Jause, noch einmal das faszinierende Berg- und Seepanorama geniessen.