TIROL - Brixen/Wilder Kaiser - Filzalm/Hohe Salve

Tour: Filzalm/Hohe Salve
Region: Brixen/Wilder Kaiser
Charakter: Familien-, Wander- und Nordic Walking Tour
Dauer: 2 1/2 Stunden
Höhendifferenz: ca. 150 m im Auf- und etwa 800 Meter im Abstieg
Unterkünfte: 4

Mit der Gondelbahn geht es von Brixen im Thale hinauf nach Hochbrixen. Das Brixental verläuft zwischen Kitzbühel im Osten und Wörgl im Westen. Die Brixentaler Ache, welche durch dieses Tal fliesst, mündet bei Wörgl in den Hauptfluss Tirols, den Inn.

Von Hochbrixen wandert man auf der Forststrasse in Richtung Filzalmsee. Die Hohe Salve, einer der schönsten Aussichtsberge Tirols, ist bereits gut zu erkennen. Die Tour führt vom Filzalmsee um die Hohe Salve herum nach Hochsöll. Von dort geht es mit der Seilbahn auf den Gipfel und dann auf der östlichen Bergseite zu Fuss hinunter zur Filzalm.

Kurz vor dem Filzalmsee steht ein schönes, altes Holzhaus. Hier ist das Seminarzentrum von Hochbrixen untergebracht. Das Haus wurde im 16.Jahrhundert gebaut und stand einst in Brixen. In den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts hat man es zerlegt und neben dem See wiederaufgebaut.

In dem Haus werden Seminare und Veranstaltungen abgehalten. Die Nordic Walking Region Brixen im Thale hat hier ihr Schulungszentrum. Kinder haben die Möglichkeit sich bei Schlechtwetter einen lustigen Film anzusehen.

Der Filzalmsee ist ein idyllischer Bergsee inmitten der prachtvollen Bergkulisse der Tiroler Berge. Er ist der grösste Beschneiungsteich Tirols und einer der grössten Speicherteiche von Österreich. Er versorgt die Beschneiungsanlagen von Brixen im Thale und Hochsöll. Die Anlage wurde nach ökologischen Kriterien gebaut.

Der erfrischend kühle Filzalmsee ist 200 Meter lang und 120 Meter breit. Eine Wassermenge von 165.000 Kubikmetern steht für die Pistenversorgung im Winter zur Verfügung. Damit könnten theoretisch innerhalb von einer Woche die 160 Pistenkilometer der SkiWelt Wilder Kaiser/Brixental mit einer Grundbeschneiung versehen werden.

Der Filzalmsee beherbergt seit langer Zeit einen Riesen. Manchmal ist der Riese zu sehen, doch die meiste Zeit verbringt er in den Tiefen des Sees. Der Riese wurde aus Stahl gefertigt.

Stellt man sich auf das „Stepgerät„ am Ufer, kann man den Riesen aus dem Wasser pumpen. Mindestens 40 Sekunden heisst es jetzt kräftig treten, damit der Riese sein Verliess im See verlässt und sich zeigt.

Vor langer Zeit, sagt man, verbreitete der Riese Angst und Schrecken unter den Menschen. Eines Tages richtete er grossen Schaden auf der Filzalm an, indem er Steine von der Hohen Salve herunterschleuderte. Ein Blitz riss dann ein Loch in den Boden, welches sich mit Wasser füllte und einen See bildete. Der Riese wurde zur Strafe in den See verbannt.

Neben dem See gibt es verschiedene Erlebnis- und Forschstationen. Beim Riesenauge, welches aus Zirbenholz geschnitzt ist, blickt man in eine verdrehte Welt. Tafeln informieren über die Funktionen und den Aufbau des menschlichen Auges.

Bei der Riesenhand können die Kinder an Fäden ziehen und dabei die einzelnen Fingerglieder in Bewegung versetzen. Sich einmal mit den detaillierten Funktionen der Hand zu beschäftigen ist ein interessantes und lehrreiches Erlebnis.

In dem kleinen Teich können sich die Kinder nach Belieben austoben. Beim Laufen über den Kieselgrund wird der Gleichgewichtssinn geschult und gleichzeitig der Fuss massiert.

Während die Kinder im Wasser herumplantschen können die Erwachsenen die Bergkulisse der Kitzbüheler Alpen geniessen.

Bei einem Biotop kann man sich über die Tierwelt in diesem Lebensraum informieren. Zwischen der Bergstation und der Filzalm ist nach der letzten Eiszeit ein Moor entstanden. Dieses ist heute noch gut erhalten. Der Name „Filz„ wurde früher sinngemäss statt dem Wort Moor verwendet.

Zur Anregung des Kreislaufs sollte man seinem Wohlbefinden beim Moortreten noch etwas Gutes tun. Die Schuhe ausziehen und los geht das schlammige Vergnügen. Die dunkle Farbe hat der Moorschlamm übrigens durch die Anreicherung mit Kohlenstoff.

Abgestorbene Pflanzen werden in Mooren nur teilweise abgebaut. Aus ihnen entsteht der Torf oder Moorschlamm. Dies ist der erste Schritt in der Umwandlung zu Kohle.

Das reinigen der Füsse mit kaltem Wasser erfrischt und belebt.

Die Strecke vom Filzalmsee nach Hochsöll bietet sich für Nordic Walker geradezu an. Die Region Wilder Kaiser – Brixental bietet eine Vielzahl von Kursen an. Im Seminarhaus am Filzalmsee werden Kurse von Nordic Walking Instruktoren angeboten. Nach der theoretischen Einführung lassen sich die Kenntnisse in der herrlichen Landschaft sofort umsetzen.

Die Höhenlage in den Kitzbüheler Alpen bietet ideale Voraussetzungen um der Gesundheit beim Nordic Walking noch zusätzlich Gutes zu tun. Bewegung in Höhenlagen zwischen 1.500 und 2.500 Metern mobilisiert körperliche Reserven und wirkt sich positiv auf das Herz-Kreislauf-System aus.

Die Nordic Walking Ausrüstung kann man sich in allen Orten der Region Wilder Kaiser – Brixental ausleihen. Wichtig ist es, die richtigen Stöcke für diese Sportart zu verwenden. Sie steuern die Geschwindigkeit beim Gehen und sorgen durch ihre Dämpfungseigenschaften für eine Entlastung der Gelenke.

Die Strecke führt vom Filzalmsee über eine Forststrasse auf dem Berg-Weit-Panoramaweg in Richtung Hochsöll – Hexenwasser. Auf der Frank Alm sollte man sich die selbstgemachte Butter und Milch, sowie die bodenständige Tiroler Küche nicht entgehen lassen.

Die Kühe auf der Frank Alm wundern sich über die neuesten Stretchtechniken geübter Walker. Das Dehnen erhält und steigert die Beweglichkeit und sollte daher regelmässig durchgeführt werden.

Um den Kreislauf noch zusätzlich anzuregen, kann man zwischendurch ein Stück des Weges hin- und zurücklaufen. Nordic Joggen nennen Eingeweihte diese Sportart. Vor der beeindruckenden Kulisse des Wilden Kaisers macht Bewegung, welcher Art auch immer, in jedem Fall Spass.

Beim Hexenwasser in Hochsöll kann man sich mit den Themen Wasser und Hexen beschäftigen. Dazu sollte man allerdings mindestens einen ganzen Tag einplanen. Rund dreissig Spiel-, Gesundheits- und Labestationen beinhaltet das attraktive Angebot.

Das Gebiet um die Hohe Salve ist schon seit Jahrhunderten als Hexenland bekannt. Als dunkle Wolke getarnt fliegt die Salvenhexe noch heute um den Berggipfel. In Vollmondnächten wurde das Hochsöller Hexenwasser geschöpft. Im Anschluss verwendete man es für Zaubertränke, Medizin oder für Reinigungsrituale.

Der längste Barfussweg Tirols befindet sich ebenfalls hier beim Hexenwasser. Eine Stunde an zusätzlicher Zeit muss man dafür einkalkulieren. Wiesen, Mulch, Sand, Kies, Lehm, Schlamm, Waldboden und Steine laden zu einer unvergesslichen Fussmassage ein.

Mit der Gondelbahn oder zu Fuss geht es hinauf auf die Hohe Salve. Ein herrliches Panorama breitet sich vor dem Besucher aus. Unten im Inntal sieht man Wörgl. Im Nord-Westen dahinter breiten sich das Rofangebirge und das Karwendel aus. Dahinter kann man die Bayerischen Berge erkennen.

Unten im Brixental liegt der Ausgangspunkt der Wandertour, der Ort Brixen. Südlich davon breiten sich die sanften Gipfel der Kitzbüheler Alpen aus. Die schneebedeckte Glocknergruppe in den Hohen Tauern ist bei klarer Sicht ebenfalls gut zu erkennen.

Auf dem Gipfel der Hohen Salve schläft der Salvenriese. Er stritt ständig mit dem benachbarten Marktbachjochriesen. In einem Wettstreit beschossen sie ihre Berge mit Steinen. Der Salvenriese verlor den Streit. Er sammelte die Steine seiner Niederlage und baute ein Kirchlein auf der Hohen Salve. Danach diente er zur Sühne den Talbewohnern. Eines Tages war er so müde, dass er auf dem Gipfel der Hohen Salve einschlief, wo er noch heute ruht.

Über die Almen der Hohen Salve führt der Weg nun abwärts zurück zum Filzalmsee. Während dem Abstieg ist der Blick zum markanten Kitzbüheler Horn ständig präsent. Dahinter sieht man von West nach Ost die Loferer und Leoganger Steinberg, den Hochkönig und den Dachstein.

Für eine kurze Rast zum „Schauen und Genießen„ sollte man sich immer wieder Zeit nehmen.

Nordic Walking ist übrigens hervorragend zur Gewichstreduktion geeignet. Der Kalorienverbrauch steigt durch den Einsatz der Stöcke im Vergleich zum normalen Wandern um 20%. Der wesentlichste Effekt des Nordic Walking ist aber, dass 90% der gesamten Körpermuskulatur trainiert werden. Speziell bei Verspannungen im Nacken- und Schulterbereich soll Nordic Walking „wahre Wunder„ bewirken.

Brixen ist ein keltischer Name. Es ist eine der ältesten Siedlungen des Tiroler Unterlandes. Das Ortswappen wird von einem keltischen Beil, einer sogenannten Lappenaxt, geschmückt. Das Brixental gehörte einst zum römischen Reich.

Der Filzalmsee und die Bergstation sind nun bereits gut zu erkennen. Unten breitet sich Brixen im Thale aus. Am Ende des Tales liegt Kitzbühel.

Auf den Almen wächst der Gefranste Enzian. Diese unter Naturschutz stehende Alpenblume blüht von August bis Oktober. Sie ist an den gefransten Kronzipfeln und den vier Blüten zu erkennen. Der Gefranste Enzian wächst nur auf Kalkböden in Höhen von bis zu 2.500 Meter.

Die sanften Hügel der Kitzbüheler Alpen sind ein beliebtes Wandergebiet. Die Berge wurden einst als „Wasengebürg„ bezeichnet. Man grenzte damit die gerundeten Gipfelflure der Kitzbüheler Alpen von den schroffen Gipfeln des Kaisergebirges, sowie der Loferer und Leoganger Steinberge ab.

Beim Blick zurück sieht man die Hohe Salve. Als „Rigi von Tirol„ sprechen die Einheimischen von diesem Berg. Sie nehmen damit auf die faszinierende Aussicht von der Hohen Salve bezug.

Auf der urigen Filzalm laden selbstgemachte Spezialitäten zu einer Stärkung ein. Frische Milch oder Almkäse werden noch immer im Eigenbetrieb zubereitet.

Mit der Gondel geht es nach einem abwechslungsreichen Tag in den Kitzbüheler Alpen wieder zurück nach Brixen im Thale.