
SALZBURG - Filzmoos - Hofalmen

Tour:
Hofalmen
Region: Dachsteingebirge
Charakter:
Wandertour; Rundwanderweg von den Hofalmen über das Rinderfeld zur Hofpürglhütte und zurück
Anreise: auf der A10 bis Eben, dann auf der Landstrasse aufwärts bis Filzmoos
Höhendifferenz: ca. 450 m im Auf- und Abstieg
Gehzeit: 4 Stunden
Von Filzmoos fährt man entweder mit dem Wanderbus oder mit dem eigenen PKW über eine Mautstrasse bis zum Parkplatz bei den Hofalmen. Filzmoos ist ein alter Wallfahrtsort. Auf knapp über 1.000 Metern Seehöhe befand sich einst eine Moorlandschaft. Es wird angenommen, dass der Name durch Hirten entstand, welche die wenigen sauren Wiesen als Weideland nützten.
Die Untere Hofalm liegt oberhalb der Oberen Hofalm. Dies liegt daran, dass im Ort Filzmoos ebenfalls der Unterhof über dem Oberhof liegt. Ein altes Mühlrad befindet sich direkt neben der Unterhofalm. Es ist bereits seit dem Jahr 1776 in Betrieb. Auf den Almen hier lebten einst im Sommer die Sennerinnen und Hirten der in Filzmoos liegenden Höfe. Heute befinden sich hier Gasthöfe.
An der Hütte vorbei geht es entlang der Forststrasse bis zum Almsee. Dieser ist kein natürlicher See, sondern ein künstlich angelegter. Die Legende erzählt, dass einst der Unterhof-Almwirt bei der heutigen Rastbank sein Vieh besuchte. Er genoss das Panorama der umliegenden Berge. Dann senkte er den Blick und in einer kleinen Pfütze sah er, wie sich die Bischofsmütze spiegelte. Als er diese Pfütze vergrösserte konnte er das gesamte Bergpanorama erkennen.......Dem Unterhof-Almwirt kam die Idee einen See anzulegen. Er wollte, das im Wasser gespiegelte Panorama auch anderen Menschen zugänglich machen. So entstand der Almsee. Der See hat heute zwei Zuflüsse. An diesem idyllischen Platz werden im Sommer auch viele Hochzeiten abgehalten. Ein schöner Ort um den gemeinsamen Bund fürs Leben einzugehen.
Vom Almsee sieht man hinauf zur Bischofsmütze. Auf dem Hügel darunter, dem Hofpürgl, liegt die Hofpürglhütte. Dorthin führt die Rundwanderung vom Almsee über den Kasaboden und das Rinderfeld und wieder abwärts zurück zu den Hofalmen. Zunächst geht es aber entlang dem Ufers des Almsees und dann links aufwärts.
Die Bischofsmütze; einer der beeindruckendsten Berge im Dachsteinmassiv. Im Jahr 1993 kam es zu einem gewaltigen Felsabbruch. Es brach damals eine etwa 100 Meter breite Felswand an der Ostseite des Berges. Diese donnerte in die Tiefe und kam im soganannten Eiskarl zu liegen. Man schätzt, dass etwa 50.000 m³ Gestein abbrachen. Die helle Gesteinsfarbe, lässt die Stelle des Abbruchs erahnen.
Über eine Brücke quert man einen Bach. Die Wälder hier bestehen hauptsächlich aus Fichten. Sie finden hier optimale Bedingungen vor. Typisch für Fichten sind die hängenden Zapfen. Weiters ist dieser Baum kein Tiefwurzler. Häufig sieht man daher die Wurzeln aus dem Boden herausragen. Ein steiniger Boden hindert die Fichte daher nicht am Wachstum.
Der Weg zweigt von der Forststrasse auf eine Almwiese ab. Über die Wiese geht es nun etwas steiler aufwärts. Für Wanderungen in der Region Filzmoos gibt es eine eigene Wanderkarte mit einem Tourenbuch; erhältlich im örtlichen Tourismusbüro.
Nach dem steilen Anstieg entlang eines Baches erreicht man eine Aussichtsstelle. Der Blick zum Gosaustein und seinen Gipfeln lädt zu einer kurzen Verschnaufpause ein. Ganz links sieht man den Kramersattel (1.944), rechts der Sammetkogel (2.058).
Man erreicht nun eine Senke, den sogenannten „Kasaboden“. Von hier ist der Gosaustein mit seinen Gipfeln gut zu sehen. Diese gehören zu den Vorbergen des Dachsteinmassivs. Das Dachsteingebirge ist 900 km² groß.
Weiter geht es nun entlang des für das Rinderfeld typischen geschlängelten Bachverlaufes. Hier wird der Unterschied zwischen einem natürlichen Bachverlauf und einem durch Menschenhand veränderten deutlich ersichtlich.
Der Wanderweg zur Hofpürglhütte ist auf dem Filzmooser Wanderplan rot gekennzeichnet. Eine gute Grundkondition sowie Trittsicherheit ist auf roten Wegen erforderlich. Wanderschuhe sollten knöchelhoch sein. Der Fuss wird dadurch vor dem Umknicken optimal geschützt.
Mit sich ändernder Steilheit und mehr Gesteinsvorkommen variiert die Fliessart des Wassers. Beim näheren betrachten kann man kleine Strudel erkennen. In heissen Sommern kann der Bach austrocknen. Bei starkem Regen ist der Waldboden schlammig.
Rechts sieht man den Torstein (2.948 m). Links ist der Hochkesselkopf (2.454 m) zu sehen. Dazwischen liegt die Windleger Scharte. Über den „Leckgang“ wurde früher von Hallstatt und Gosau Salz über die Berge transportiert. Die ersten Verbindungswege gab es nicht im Tal, sondern über die Berge. Es gibt daher die Vermutung, dass hier die Besiedelung vom Berg ins Tal und nicht umgekehrt erfolgte.
Die Hofpürglhütte ist nun bereits gut zu erkennen. Bevor es eine verdiente Stärkung gibt muss man allerdings noch ein Stück wandern.
Die Bischofsmütze, der Hausberg der Filzmooser, rückt nun immer näher. Die Bischofsmütze gehört zum südwestlichen Nebenast des Gosaukammes, dem Hauptkamm. Mit 2.458 Metern Höhe ist sie hier der höchste und auch der begehrteste Gipfel. Der Bischofsmütze wird spirituelle Kraft zugesprochen. Sie liegt auf einem die Erde umspannenden Energiefeld. Die höchste Energie in diesem Feld besitzt das Himalayagebirge.
Bei einem Abzweig führt der Weg links weiter. Rechts führt der Weg zur Adamek Hütte. Diese ist einer der klassischen Ausgangspunkte für eine Besteigung des Dachsteingipfels.
Entlang der Wanderroute eröffnen sich immer wieder neue beeindruckende Aussichten. In Richtung Süden und Südwesten sieht man in die Niederen Tauern. Dahinter erheben sich die Hohen Tauern. Die Ankogelgruppe mit dem Ankogel und der Hochalmspitze als höchste Erhebungen sind bei klarem Wetter zu sehen.
Die Ausläufer der Bischofsmütze ragen rechts von der Hofpürglhütte empor. 2.000 Meter Höhe erreicht hier jeder der Gipfel. In kühleren Sommern können sich hier das ganze Jahr über Schneefelder befinden.
Beim Blick hinunter sieht man bis zum Ausgangs- und Endpunkt der Wanderroute zu den Hofalmen beim Almsee. Das Gebiet rund um die Oberhofalm wird als „Alm“ bezeichnet. Hier wurden vor allem Kühe, Kälber und Pferde gehalten. Auf dem Rinderfeld hingegen hielt man vor allem Jungrinder, Pferde und Schafe.
Links hinter den Hofalmen liegt der Rettenstein. Auf dessen Gipfel führt eine schwarze Wanderroute (Trittsicherheit und Schwindelfreiheit notwendig). Von der Alpinschule Filzmoos werden auch geführte Wanderungen auf den Rettenstein angeboten. Auch "on-tour" war bereits auf dem Rettenstein. Hinter dem Rettenstein über der Mandling erheben sich die Niederen Tauern.
Kurz vor der Hofpürglhütte kann man die Große Bischofsmütze besonders gut sehen. Im Juni 1879 gelang die Erstbesteigung dieses markanten Berges. Alfred Steiner, einem Bergführer, gelang als Einheimischem der Gipfelsieg. Fast siebzig Jahre dauerte es danach bis jede Wand der Großen Bischofsmütze durchstiegen war. Nach dem Wandabsturz im Jahr 1993 konnten viele Routen nicht mehr begangen werden.
Die Hofpürglhütte am Hofpürgl rückt nun immer näher. Im Hintergrund liegen die Hohen und Niederen Tauern.
Die Kleine Bischofsmütze (2.430 m), direkt links neben der Großen Bischofsmütze (2.458 m).
In unmittelbarer Nähe der Hofpürglhütte befindet sich ein Klettergarten. Klettergärten eignen sich besonders gut um Grundkenntnisse des Kletterns zu erlernen. Es gibt in Klettergärten meist einfachere und schwierigere Routen mit und ohne Sicherungshaken in den Felsen. Im Rahmen von Kletterkursen lernt man vor allem Sicherungstechniken und das richtige Verhalten beim Klettern.
1901 wurde am Hofpürgl erstmals eine kleine Hütte erbaut. Bis 1962 mußte die Hofpürglhütte mit Hilfe von Mulis oder eines Tragpferdes versorgt werden. Dazu war ein eigener Tragtierführer angestellt. Eine Materialseilbahn für Lastentransporte gibt es erst seit 1967. Strombeleuchtung statt Gas und Petroleum gibt es erst seit 1980.
Hinter der Hütte befindet sich das eindrucksvolle Panorama von Kleiner und Großer Bischofsmütze, sowie rechts davor dem Mosermandl. Die Bischofsmütze besteht aus starrem Kalk und darunterliegendem weichem Dolomit.
Das Gipfelkreuz auf der Großen Bischofsmütze kann man von der Hütte aus erkennen. Es wurde im Jahre 2003 erneuert. Damals fand man unter dem alten Gipfelkreuz eine Flaschenpost. Die früheren Gipfelkreuzerrichter hatten sich im Jahre 1947 mit ihren Namen hier verewigt. Für den Normalweg (Kletteranstieg; III) auf die Große Bischofsmütze benötigt man etwa 1,5 Stunden.
Das Panorama nordwestlich der Hofpürglhütte bietet links den Leckkogel, daneben den Kamplbrunnspitz und dahinter die Kleine und Große Bischofsmütze. Rechts im Vordergrund befindet sich das Mosermandl (2.088 m). Der Name Mosermandl wird im salzburgerischen des öfteren als Bergname verwendet. Angeblich verband man mit dem Mosermandl einst eine koboldartige Gestalt.
Von der Hütte sieht man im Westen auch den Hochkönig sehr gut. Der kleine Gletscher der „Übergossenen Alm“ ist das ganze Jahr über schnee- oder eisbedeckt.
Unten im Tal kann man Filzmoos erkennen. Dahinter liegt das Filzmooser Schigebiet am Rossbrand. Dieses ist vor allem bei Familien sehr beliebt. Die Niederen Tauern mit ihren zahlreichen Gipfeln ragen im Hintergrund empor.
Kurz nach der Hütte geht der Abstieg entlang des Wastl-Lackner-Weges. Der Name erinnert an einen ehemaligen Filzmooser Bergführer und Erstbesteiger einiger Kletterrouten.
Der Torstein erhebt sich mit seinen fast 3.000 Metern Höhe westlich vom Hohen Dachstein. Er liegt in einem Dreiländereck zwischen Salzburg, der Steiermark und Oberösterreich.
Bei der Oberhofalm kann man nach einer interessanten Wanderung den Tag noch einmal gemütlich Revue passieren lassen. Die Oberhofalm besteht seit 1665. Sie gehört zum Oberhof in Filzmoos. Dieses ist eines der ältesten Anwesen der Gemeinde. An einem Regentag loht es sich, das Hofmuseum des Oberhofes zu besichtigen.
Das Mühlrad neben der Hütte wird als Rührradl bezeichnet. Es wurde früher für den Antrieb des Butterfasses eingesetzt. Dieses kann in der Almhütte noch besichtigt werden. Die Sennerin auf der Alm war einst für die Butter und Käseherstellung verantwortlich.