KÄRNTEN - Irschen - Hugo-Gerbers-Hütte

Tour: Hugo-Gerbers-Hütte
Region:
Irschen / Kreuzeckgruppe
Charakter: Wandertour
Dauer:
6 Stunden
Höhendifferenz:
ca. 700 m im Auf- und Abstieg


Charakter: Hochtalpanorama-Wanderung vorbei an unberührten Bergseen Anreise: Von Spittal a.d. Drau oder Lienz ins Oberdrautal - Abzweig Irschen– dann aufwärts zur Leppner Alm

Ausgangspunkt der Hochtalwanderung zur Hugo-Gerbershütte ist der Parkplatz beim Gasthof Bergheimat auf der Leppner Alm. Der Parkplatz ist von Irschen über eine Serpentinenstrasse erreichbar.

Der Weg führt rechts vom Gasthof Bergheimat durch den Wald aufwärts. Der roten Markierung folgend wird bald der erste Aussichtspunkt erreicht. Hinter dem Drautal erheben sich die westlichen Ausläufer der Gailtaler Alpen. Die Karnischen Alpen, im Süden davon, bilden die natürliche Grenze zwischen Kärnten und Italien.

Auf der Alm bei der Ochsnerhütte sieht man den Hausberg der Irschener, den Scharnik. Hier wurden früher die Ochsen gehalten. Die Kühe waren in tieferen Almlagen zu finden um auf den Bauernhöfen möglichst frische Milch zur Verfügung zu haben. Der Käse- und Milchtransport wurde einmal in der Woche von Kindern durchgeführt.

Auf der Ochsnerhütte sollte man den hauseigenen Käse probieren. In der angeschlossenen Kaserei wird fleissig produziert. Eine Käsekultur und eine Lab werden zunächst ruhen gelassen. Danach wird der geschnittene Bruch erhitzt, gerührt und anschliessend in der Presse verarbeitet. Zwei Tage muss der Käse dann in einem Salzbad rasten, bis er für den Verzehr geeignet ist.

Kurz nach der Ochsnerhütte wird das Wetterkreuz erreicht. Hier trafen sich einst die Sennerinnen und Hirten. Regelmässig gab es auch Tanztreffen heroben auf der Alm.

Der nächste Abzweig führt rechts zur Mokarspitze und links Richtung Scharnik und Hochtal. Wandert man etwa fünfzig Meter Richtung Mokarspitze erreicht man einen kleinen Teich, das sogenannte „Leppner Froschlakl“. Liebevoll gestaltete Froschfiguren schmücken das Kleinod.

Der Weg ins Hochtal führt nun über weite Almwiesen aufwärts. Hier findet man „Graupen“. Diese sind als isländisches Moos in der Naturheilkunde bekannt. Islandmoos ist stark reizmindernd, beruhigend und krampflösend. Es wird als Tee gegen Husten eingesetzt.

Unten breitet sich das Drautal aus. Dahinter sieht man die Gailtaler Alpen mit dem Reißkofel, der Jaukenhöhe und dem Torkofel von links nach rechts. Hinter dem Lesachtal ragen die Karnischen Alpen mit ihren schroffen Gipfeln empor.

Je weiter man aufwärts wandert, desto eindrucksvoller wird das Panorama. Im Westen sieht man den Hochstadl in den Lienzer Dolomiten. Davor liegt das "Kärntner Tor", der Talübergang nach Osttirol. Auf den gegenüberliegenden Hängen der Kreuzeckgruppe sieht man nach Strieden, wo der höchste Bergbauernhof der Gemeinde liegt.

Nordwärts überblickt man die Gipfel, welche oberhalb der Hugo-Gerbers-Hütte am Ende des Hochtals, liegen. Die Kreuzeckgruppe gehört zu den südlichen Zentralalpen und besteht aus Gneis und kristallinem Schiefer. Das Gestein und die Vegetation in dem sogenannten „Urgestein“ unterscheiden sich teilweise von jenen im weiter verbreiteten Kalkgestein.

Der Almrausch, auch als Alpenrose bekannt, wächst auf bis zu 3.000 Meter Höhe. Im sogenannten Urgestein gibt es keine Latschen, daher kann sich diese Alpenpflanze in der Kreuzeckgruppe sehr gut ausbreiten.

Der Wanderweg führt am Fusse des Scharnik entlang aufwärts. Der Scharnik ist von der Leppner Alm in zweieinhalb Stunden erreichbar. Dahinter sieht man zum Dachskofel, über welchen der Weg in weiterer Folge noch führt. Rechts davon sieht man die Torwand (2.562 m).

Über einen steinigen Pfad führt der Weg aufwärts zum Dachskofel. Beim Abzweig geht es rechts zum Scharnikgipfel. Der Weg nach links führt in 1,5 Stunden zur Weneberger Alm und in ½ Stunde zum Lamnitzsee.

Der Gipfel des Dachskofels ist über einen Trampelpfad erreichbar. Von hier sieht man den Irschener Hausberg, den Scharnik besonders gut.

Im Nord-Westen breiten sich die Gipfel der Kreuzeckgruppe aus. Dahinter erkennt man die schneebedeckten Erhebungen der Schobergruppe in den Hohen Tauern.

Vom Dachskofelgipfel geht es über den Trampelpfad zurück zum markierten Wanderweg. Beim Abzweig gibt es die Möglichkeit direkt zur Weneberger Alm abzusteigen (1,5 Stunden). Der Weg zur Hugo-Gerbers-Hütte führt oberhalb des Lamnitzsees in das Hochtal.

In einem stetigen auf- und ab führt der Weg an mehreren kleinen Bergseen vorbei. Im Hintergrund beeidrucken die schroffen Gipfel der Lienzer Dolomiten.

Auf den Almen in der Kreuzeckgruppe gibt es neben Kühen auch Schafherden. Die neugierigen Tiere riechen das Salz auf der menschlichen Haut. Eine kostenlose Reinigung, wenngleich von einer rauhen Zunge, ist allerdings Geschmackssache.

Trittsicherheit und gute Wanderschuhe sind auf diesem Abschnitt erforderlich. Es lohnt zwischendurch stehenzubleiben und das Panorama zu geniessen.

Über „Pflastersteine“ und „Stiegen“ wandert man an einsamen Bergseen vorbei.

Kurz vor erreichen der Hugo-Gerbers-Hütte wird das Gelände sumpfig. Das für feuchte Wiesen typische Wollgras wächst hier in grossen Mengen.

Die Rast auf der Hugo-Gerbers-Hütte hat man sich nun redlich verdient. Die Alpenvereinshütte bietet auch Übernachtungsmöglichkeiten an.

"Giesi", die neugierige Hüttenkuh, leistet dem Wanderer gerne Gesellschaft. Die Kühe der Zwickenberger Ochsenalm weiden hier heroben.

Auf den weitläufigen Almböden der Zwickenberger Ochsenalm fliessen einige Bäche ins Tal.

Beim Weg zur Weneberger Alm ist der Blick zu den fesigen Gipfeln der Hohen Warte in den Karnischen Alpen ständig präsent. Der Berg liegt an der Grenze zwischen Österreich und Italien.

Bei der Oberalmhütte kann man sich mit kühlem, klarem Quellwasser erfrischen.

Kurz nach der Oberalmhütte gelangt man zu einem Abzweig. Hier führt der Variantenweg vom Lamnitzsee unterhalb des Dachskofels direkt herunter.

Bei der Weneberger Almhütte gibt es wieder die Gelegenheit selbstgemachten Käse zu verkosten. Eine gute Jause servieren die freundlichen Hüttenwirte ihren Gästen gerne.

Auf dem Weg zurück zur Leppner Alm kommt man an einer alten Almhütte vorbei. Hier lebten vor noch gar nicht so langer Zeit Sennerinen und Hirten den ganzen Sommer lang.

Nach einem langen Wandertag kann man kurz vor der Leppner Alm das beeindruckende Panorama der Gailtaler Alpen noch einmal geniessen.