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SALZBURG - Filzmoos - Rötelstein

Tour: Rötelstein
Region: Dachsteingebirge
Charakter: Wandertour, Alpintour; Wandersteig mit Dachstein- und Alpenpanorama (leichte Klettertour)
Anreise: auf der A10 bis Eben, dann auf der Landstrasse aufwärts bis Filzmoos und weiter zur Rettensteinhütte
Höhendifferenz: ca. 950 m im Auf- und Abstieg
Gehzeit: 5 - 6 Stunden

Information:
Tourismusverband Filzmoos
Nr. 50, 5532 Filzmoos
Tel.: +43 (0) 6453 / 8235
Fax: +43 (0) 6453 / 8685
E-Mail: info@filzmoos.at
www.filzmoos.at

Die Anfahrt zum Ausgangspunkt der Wanderung auf den Rettenstein, wird bereits von eben diesem dominiert. Neben der Bischofsmütze ist der Rettenstein der klassische Hausberg der Filzmooser. Eine herrliche Aussicht zum Dachsteinmassiv und weit in das österreichische Alpenland erwartet den Wanderer auf dieser Tour.

Mit dem Auto geht es kurz nach dem Ortszentrum von Filzmoos rechts hinauf zur Rettensteinhütte. Vom Parkplatz vor der Hütte startet man den Anstieg auf den Rettenstein. Die formschöne Bischofsmütze begleitet auf der gesamten Tour.

Bereits nach kurzem Anstieg kann man die ersten Gipfel der Hohen Tauern erkennen.

Der erste Teil des Wanderweges führt über Almwiesen aufwärts. Der Rettensteingipfel ist auf diesem Abschnitt oft im Blickfeld. Der ursprüngliche Name des Berges war übrigens Rötelstein. Erst in der jüngeren Vergangenheit wird er immer öfter als Rettenstein bezeichnet.

An klaren Tagen kann man den höchsten Berg Österreichs, den Großglockner (3.798 m), gut erkennen. Rechts davon liegt das 3.564 m hohe Große Wiesbachhorn.

Im Süden von Filzmoos liegt der Rossbrand. Dort ist das Skigebiet der Filzmooser. Dahinter erheben sich die Niederen Tauern, mit den Radstädter Tauern im Westen und den Schladminger Tauern im Osten.

Die Bischofsmütze (2.458 m), einer der bekanntesten Berge der Region, ist nur über einen anspruchsvollen Klettersteig erreichbar.

Die Skabiose gehört zur Familie der Kardengewächse. Die Blume ist an ihren dichten Blütenköpfchen zu erkennen. Jede Blüte ist röhrig mit einem Kelch und vier bis fünf Kronzipfeln.

Nach den Almwiesen wird der Weg steiler und steiniger. Neue Perspektiven der Bischofsmütze laden zu kurzen Verschnaufpausen ein.

Die zahlreichen Arten des Enzian wachsen in Höhen von bis zu 3.000 Metern. Der Büschelenzian steht, wie die meisten seiner Artgenossen, unter Naturschutz.

Der Weg zum Gipfelgrat führt nun über felsiges Gelände aufwärts. Von einem kleinen „Köpfle„ kann man in Ruhe den Ausblick geniessen.

Eine gute Kondition und ein festes Schuhwerk sollte man für die Tour auf jeden Fall mitbringen.

Die Wände links und rechts vom Klettersteig fallen steil ab. Die Rettensteintour ist im Filzmooser Wanderführer schwarz gekennzeichnet. Für diese Weg sind neben einer guten Kondition, Trittsicherheit und Schwindelfreiheit erforderlich.

Der Weg inmitten der Latschen ist gut ausgetreten. Latschen sind auch als strauchige Bergkiefern oder Legföhren bekannt. Die strauchige Bergkiefer kann bis zu vier Meter hoch werden. Latschen wachsen oberhalb der Baumgrenze und sind bis etwa 2.400 Meter Höhe anzutreffen.

Geographisch gesehen gehört der Rettenstein zum Dachsteingebirge. Dieses baut sich geologisch aus drei Schichten auf. Eine dieser Schichten ist die Hallstätter Decke. Diese Decke schob sich einst über das Dachsteinmassiv. Es wird angenommen, dass der Rettenstein ein im Süden zurückgebliebenes grosses Bodenstück der Hallstätter Decke ist.

Die Wanderung zum Gipfel des Rettenstein ist teilweise ausgesetzt. Die Alpinschule in Filzmoos bietet geführte Wanderungen an. Die geübten Bergführer haben immer Sicherungsseile dabei. Damit eröffnet sich auch für ungeübte Bergfreunde die Möglichkeit den Rettenstein zu besteigen.

Je höher man kommt, umso besser überblickt man die Grosse Bischofsmütze und den daran anschliessenden Gosaukamm. Der Gosaukamm besteht aus Dachsteinriffkalk. Dieser ist durch zahlreiche Felszacken geprägt.

Ein felsiger und steiler Anstieg kennzeichnet den Weg.

Die Bergaster bevorzugt trockene Standorte. Die Korbblüten sind lila mit einer gelben Mitte. Sie ist in freier Natur nur mehr selten zu sehen. Die Bergaster überwintert mit Knospen direkt auf oder unter der Oberfläche. Das Korbblütengewächs kann bis zu 50 Zentimeter hoch werden.

Von der Hochfläche hat man nun auch einen herrlichen Blick zum Dachsteingipfel und zur Dachsteinsüdwand. Der Dachstein bildete lange Zeit eine unüberwindbare Grenze zwischen dem Ennstal im Süden und dem Salzkammergut im Norden. Der Dachstein bildet ein Dreiländereck zwischen Salzburg, der Steiermark und Oberösterreich.

Die Schönheit des Blauen Eisenhutes täuscht – die Blume ist hochgiftig. Der Name leitet sich von jenem des Hügels Aconitos in Pontos ab. Herakles holte dort den Höllenhund Zerberus aus der Unterwelt. Als das Tier sich wehrte verspritzte es sein Gift. An allen vergifteten Stellen soll ein Eisenhut gewachsen sein.

Die herrliche Kulisse der Dachstein Südwand begleitet auf dem letzten Stück zum Gipfel. Die Erstdurchsteigung der Dachsteinsüdwand ist eine Legende. Die „Steiner Buam„ bewältigten den Anstieg im Jahr 1909. Die schwierigste Stelle überwanden sie mit Hilfe eines „Stiegelsteckens„ (Bergstock). Diesen presste der nachsteigende Franz, dem Irg in den Rücken. Dabei sagte er angeblich: „Wann`s di vom Felsen wegtaucht, so druck i di wieder zuawi.„

Nun liegt der Rettenstein bzw. Rötelsteingipfel schon greifbar nahe.

In alter Tradition wünscht man seinen Bergkameraden am Gipfel ein herzliches „Berg Heil„. Man gratuliert damit zum Gipfelsieg und symbolisiert Verbundenheit. Auch der Respekt vor der Natur und den Bergen wird in diesem Spruch versinnbildlicht.

Das Kreuz auf dem Rettenstein ist einem Bergsteiger zu verdanken, der einst unter einem überhängenden Stein des Rettensteins, ein schweres Gewitter, abwarten musste. Während der bangen Minuten schwor er, wenn er heil vom Berg hinunter käme, ein Kreuz schmieden und auf dem Gipfel aufstellen zu lassen.

Im Jahr 1963 fertigte der heil vom Berg gekommene Sebald daheim in Marktredwitz ein schmiedeeisernes Kreuz. Zusammen mit Kameraden trug er es dann auf den Gipfel. Die Last wurde durch einen Blitzableiter und eine 15kg schwere Kupferplatte erschwert.

Edi Vierthaler von der Alpinschule Filzmoos präsentiert das herrliche Panorama am Rötelstein.

Ein einzigartiges Panorama wird dem Wanderer am Gipfel geboten. Im Süd-Westen ist der
3.666 m hohe Großvenediger zu sehen.

Im Süden liegt der Ankogel mit 3.246 m.

Im nachbarschaftlichen Osten steht der mächtige 2.995 m hohe Dachstein.
Im Nord-Westen erhebt sich links die Bischofsmütze und rechts davon der Steiglkogel.

Während am Gipfel eine Jause eingenommen wird muss man sich mitunter auf freche Zaungäste einstellen. Bergdohlen sind sehr zutraulich.

Auf der nördlichen Seite des Rettensteins führt der Wandersteig durch Geröll- und Steinfelder abwärts. Seinen Namen hat der Rötelstein, wie man unschwer erkennen kann, auf Grund seiner rötlichen Farbe. Diese ist auf den Roteisenstein zurückzuführen. Geologisch liegt hier ein von rotem Hämatitbelag durchzogener weisser oder gelblicher Kalk vor. Er wird als Plassenkalk bezeichnet.

Vom Weg sieht man hinunter zur Sulzenalm. Dort wartet, auf der Wallehenhütte, bereits eine wohlverdiente Stärkung.

Immer wieder ergeben sich neue interessante Perspektiven vom Dachstein. Auf das Dachsteinmassiv gelangt man heute bequem mit der Seilbahn.

Der Ausblick zur Bischofsmütze und dem Gosaukamm ist ständiger Begleiter während des Abstieges zum Sulzenhals.

Auf der Schaidlalm steht ein Kreuz mit einer interessanten Geschichte. Das Kreuz wurde aus Lärchenholz in Handarbeit gefertigt. Die Lärche dafür wurde am Silvsterstag des Jahres 1986 geschlagen. Nach einer alten Bauernregel kann man damit eine lange Haltbarkeit erzielen.

Der Weg führt nun gemütlich abwärts zur Sulzenalm.

Von der Almwiese hat man einen schönen Blick zurück zum Rettenstein.

Die Wallehenhütte bietet neben einer guten Stärkung auch Übernachtungsmöglichkeiten an. Die urige Hütte wurde 1935 neu errichtet. Die ehemalige Almhütte war von einer Lawine zerstört worden.

Auf dem letzten Wegstück kann man noch eine 600 Jahre alte, denkmalgeschützte Lärche bewundern. Über eine Forststrasse, wandert man gemütlich zurück zur Rettensteinhütte.