TIROL - Jochberg - Sintersbacher Wasserfall

plan sintersbacher wasserfall

Tour: Sintersbacher Wasserfall
Region: Jochberg - Kitzbüheler Alpen
Charakter: Familien- / Wandertour
Dauer: 4 Stunden
Höhendifferenz: ca. 550 m im Auf- und Abstieg

Charakter: Wandertour zum imposanten Sintersbacher Wasserfall und zur Jochberger Wildalm

Anreise: über Kitzbühel von Norden (B161), oder über Mittersill und Pass Thurn von Süden


Die Wandertour zum Sintersbacher Wasserfall beginnt beim Tourismusbüro im Zentrum von Jochberg. Ein liebevoll gestaltetes dreidimensionales Modell der Umgebung bietet einen ersten Überblick. Jochberg gehört zum tiroler Bezirk Kitzbühel. Die cirka 1.500 Einwohner bieten ihren Gästen sowohl im Sommer als auch im Winter ein vielfältiges Kultur- und Freizeitangebot.

Der zwischen Kitzbühel und Pass Thurn gelegene Ort Jochberg wird von der Jochberger Ache durchflossen. Der Wanderweg führt nach verlassen des Ortskerns einige Zeit entlang der Ache. Kurz vor Einmüdung des Sintersbaches in die Jochberger Ache führt der Weg nach links über eine Brücke. Kurz darauf erreicht man einen Wegweiser mit Übersichtsplan.

Zwischen der Schradlbrücke und dem Wegweiser befindet sich ein Parkplatz. Der Tourstart kann also auch von hier aus erfolgen.

Kurz nach dem Parkplatz trifft man auf die Schradlbrücke. Nach der Überquerung des Sintersbaches führt der Weg links dem Bach entlang.

Durch die faszinierende Klamm geht es stetig aufwärts entlang vom Sintersbach. Im Hochsommer bei großer Hitze kann man in der Klamm immer ein wenig Abkühlung finden. An manchen Stellen bekommt der Wanderer sogar ein paar Wasserspritzer ab. Besonders für Kinder ist das ein großes Vergnügen.

Bei Regen oder Schneeschmelze kommen enorme Wassermengen vom Berg herunter. Der Weg kann dann sehr rutschig sein. Bei steileren Passagen gibt es die Möglichkeit einen Variantenweg oberhalb des Baches zu nehmen.

Die hohe Luftfeuchtigkeit führt zu einem faszinierenden Pflanzenreichtum. Markante Hahnenfußgewächse mit gelben Blütenblättern leuchten zwischen der üppigen grünen Vegetation hervor.

Entlang des Weges gewinnt man interessante Einblicke in den Bachverlauf. Häufig sieht man Bäume, die von der Wucht des Wassers losgerissen wurden. Die Steine im Bach wurden durch die Erosion geformt und sind teilweise abgeschliffen. Das Rauschen des Baches hat für viele Menschen eine beruhigende Wirkung; Augen schliessen und einfach nur zuhören.

Für die gefahrlose Begehung wurden für den Wanderer eine ganze Reihe von Brücken erbaut. Diese werden regelmäßig kontrolliert und gewartet. Das tosende Wasser reisst, vor allem auf Grund von langem Regen, immer wieder Brücken mit sich. Das folgende Teilstück, nach der Brücke, führt entlang einer Forststraße.

Bei einem Rastplatz gibt es die Möglichkeit links direkt zur Jochberger Wildalm zu gehen - oder rechts über die Brücke dem Weg „Wildalm über Wasserfall“ zu folgen. Den Sintersbacher Wasserfall sollte man sich aber nicht entgehen lassen.

Kurz vor dem Wasserfall erreicht man noch einmal einen Abzweig. Der Weg Nr. 3 führt zum Wasserfall. Wer einen der höchsten Berge der Kitzbühler Alpen besteigen möchte nimmt hier den rechten Weg. Den 2.363 Meter hohen Geißstein erreicht man über die Sintersbacher Grundalm und die daran anschließende Hochalm. Auch zum Torsee (2.020 m) gelangt man über den rechten Weg.

Nach kurzem An- und Abstieg durch den Wald erreicht man den Sintersbacher Wasserfall. Das kalte Gebirgswasser kühlt die Umgebungstemperatur merklich ab. Brücken erleichtern dem Wanderer das überschreiten der Bachläufe unterhalb des tosenden Wasserfalles.

Im Frühjahr spritzt die Gischt den Wanderer zuweilen richtiggehend naß. Eine längere Pause ist hier nur mit Regenjacke empfehlenswert. Nicht nur visuell beeindruckt das Naturschauspiel, auch akustisch sind die gewaltigen Wassermassen übermächtig.

Die Hauptquelle vom Sintersbach hat ihren Ursprung im Sintersbachtal. Dieses liegt südlich oberhalb des Wasserfalls. Bei dieser Quelle kommen bis zu 40 Liter Wasser in der Sekunde aus dem Berg.

Nach dem Sintersbacher Wasserfall geht es gemütlich aufwärts zur Wildalm. Der Weg führt über die Treidlalm den Berghang entlang. Der Temperaturunterschied zwischen diesem Tourabschnitt und dem Weg durch die Klamm ist nicht zu unterschätzen.

Der Blick in die Kitzbühler Alpen ist nun ständig präsent. Direkt bei Jochberg geht es hinauf zur Wurzalm, dahinter befindet sich die Wurzhöhe. Von dort führt der Kamm direkt bis zum Kleinen Rettenstein (2.217 m). Auf den Hängen davor gibt es eine Vielzahl von Wiesen und Almen.

Häuser mit Schindeldächern sind in den Kitzbühler Alpen wieder häufiger zu sehen. Der Erhalt dieses Kulturgutes wird unterstützt. Die Schindel hielten früher sechzehn Jahre. Alle vier Jahre wurden sie gewendet. Auf die Schindel werden zum Schutz Steine gelegt.

Kurz vor der Wildalm folgt man dem Wegweiser nach rechts. Auf der gegenüberliegenden Bergseite befindet sich die Högeralm, unterhalb im Talgrund, fließt der Sintersbach. Im Hintergrund, auf der westlichen Seite der Jochberger Ache, liegt der Bärenbachkogel. Dahinter ragt der Kleine Rettenstein markant empor.

Blickt man zurück zum Sintersbacher Wasserfall, erkennt man oberhalb die ersten Ausläufer des Geißsteins (2.363 m). Die Kitzbühler Alpen werden durch das Zillertal, das Inntal, Wörgl, St.Johann, Saalfelden und Zell am See sowie den Gerlospaß begrenzt. Die Ausdehnung beträgt etwa 70 mal 30 Kilometer.

Bevor es an den Abstieg geht, kann man sich auf der Wildalm stärken. Die Jochberger Wildalpe war früher als „Schradl Wild-Grund“ oder „Wirts-Wildalpe“ bei den Einheimischen bekannt. Im Jahr 1740 gab es auf der Alm 144 Grasrechte, welche auf 6 Bauern aufgeteilt waren. Heute gibt es eine Hoch- und eine Niederalm.

Nach der verdienten Rast geht es nun wieder zurück nach Jochberg. Zunächst führt der Weg auf einer Forststrasse abwärts. Der Kleine Rettenstein ist auf Grund seiner markanten Form gut zu erkennen.

Der leicht verwitterbare Gesteinsuntergrund ist häufig von Grasteppichen bedeckt. Die sanften Formen wurden früher als „Wasengebürg“ bezeichnet. Der Grund dafür waren vor allem die vielen gerundeten Gipfelfluren.

Vorbei an alten Bauernrelikten führt der Weg weiter abwärts.

Bis Anfang des 20. Jahrhunderts wurde in Jochberg Bergbau betrieben. An einem regnerischen Urlaubstag lohnt ein Besuch des Bergbau-Heimatmuseums oder des Schaubergwerks „Kupferplatte“.

Panoramablick zu den westlichen Erhebungen: Von Links nach Rechts sieht man im Hintergrund den Kleinen Rettenstein, weiters die Wurzhöhe (etwa in der Mitte), weiters den Steinbergkogel und ganz links den Wilden Kaiser.

Im Norden kann man die schroffen Felswände des Kaisergebirges erkennen. Dieses bildet eine eigene Gebirgsgruppe.

Der Wanderweg führt bei einer Hütte - links von der Forststrasse – abwärts; dem „Fußweg Jochberg“ folgend. Der gesamte Tourenverlauf ist sehr gut markiert und beschildert.

Kurz vor Jochberg eröffnet sich der Blick in die Hohen Tauern. Diese liegen südlich der Kitzbühler Alpen. Die auch im Sommer häufig schneebedeckten Gipfel sind gut zu erkennen.

Jochberg rückt rasch näher. In den engen Gebirgstälern breiten sich die Ortschaften meist nur im Tal aus. Auf den Bergen leben hauptsächlich Bauern. Vor allem früher war dieses Leben abseits vom Dorf sehr beschwerlich. Heute sind die Höfe in der Regel gut erschlossen.

Der letzte Höhepunkt der Tour ist der Hanslerhof. Es handelt sich dabei um ein sehr schönes, altes Bauernhaus. Im Jahr 1778 war der Hofbesitzer einer der wenigen Bauern in Jochberg, denen der Grund und Boden des Gutes selber gehörte. Das Gut wurde danach unzählige Male verkauft. Der Weg zurück nach Jochberg führt über die Jochberger Ache.