TIROL - Ötztaler Alpen- Wildspitze

Tour: Wildspitze
Das Oberhaupt von Tirol und der Stellvertreter von Österreich
Region: Ötztaler Alpen
Charakter: Gletschertour; 2-tägige hochalpine Gletschertour für geübte und konditionsstarke Bergsteiger mit entsprechender Ausrüstung (Steigeisen, Pickel, Seil, Helm)
Dauer: 6 3/4 Std + 5 3/4 Std. = Gesamt: 12 1/2 Std.; 2 Tage
Höhendifferenz: 1870 m im Aufstieg u. Abstieg
Streckenlänge: 8 km x 2 = 16 km
Anreise: über die A12 ins Ötztal; weiter über Sölden bis Vent; Parkmöglichkeit beim Sessellift
Die Wildspitze ist der höchste Berg von Tirol und der zweithöchste Berg von Österreich. Nur 28 m trennen ihn vom Großglockner. Die Südseite (von der Kreuzspitze aus) beeindruckt mit der markanten Abschluss-Spitze.
Im klassischen Bergsteigerdorf Vent starten wir unsere Tour. Parkmöglichkeiten sind direkt neben dem Sessellift Richtung Breslauer Hütte vorhanden. Bei der Straße oberhalb des Parkplatzes beginnt der rot-markierte Wanderweg Richtung Breslauer Hütte.
Das Bergsteigerdorf Vent setzt auf die unberührte Natur. Große touristische Erschließungspläne konnten in der Vergangenheit abgewendet werden und damit gilt Vent als das Bergsteigerdorf Tirols. Der Weg quert in Schlagenlinien mehrmals die Lifttrasse.
Bei der Mittelstation "Stablein" befindet sich ein, für den Winterbetrieb ausgelegtes, Restaurant. Wir folgen weiter dem Weg Richtung Breslauer Hütte.
Die Breslauer Hütte ist bereits zu sehen. In weiterer Folge gelangen wir auf etwa 2540m zu einem Abzweig. Alternativ kann dort über das "Wildes Mannle" gegangen werden. Allerdings mit einer Gehzeit von 2 1/2 Std. ab Abzweig.
Auf ca. 2600m queren wir den Rofan Bach auf einer stabilen Stahlbrücke. Bei 2640m befindet sich weiters ein Abzweig nach Rofenhof (links) hinunter. Wir wandern nun "Am Zoagerle" Richtung Hütte. Hinter uns das Zungenende des Rofenkarferners.
Wir übernachten in der Breslauer Hütte, um mit dem Aufstieg zeitig starten zu können. Die Alpenvereinshütte ist bestens mit Bettenplätzen und Matratzenlagern ausgestattet. Zudem wurde sie auch mit dem DAV-Umweltgütesiegel ausgezeichnet (aufgrund vorbildlicher Energieversorgung, Wasserversorgung, Abwasserentsorgung, Abfallentsorgung,...).
Zeitig in der Früh starten wir und folgen dem Weg Richtung Wildspitze/ Mitterkarjoch. Auf 2875m treffen wir auf die Weggabelung zum Ötztaler Urkund (rechts). Wir steigen gerade aus aufwärts und entdecken bald unser Tourenziel; die Wildspitze.
Vorbei am Ötztaler Urkund (rechts) und dem Vorderen Brochkogel (links) geht es in Nordwestlicher Richtung entlang des Blockwerks am Mitterkar.
Die letzten Eisreste des unteren Mitterkarferners klammern sich noch ans Gestein - auf dieser Höhe wohl auch nicht mehr sehr lange.
Das Bild des Mitterkarferners wird mehr vom Gestein als vom Eis bestimmt. In der Gletscherbucht steigen wir weiter aufwärts.
Im oberen Bereich des Mitterkarferners windet sich der Gletscher nach rechts hinauf Richtung Mitterkarjoch, der tiefsten Einsattelung zwischen Wildspitze und Hinterer Brochkogel.
Bei 3225m kommt unsere Gletscherausrüstung zum Einsatz; Sicherungsgurte, Steigeisen und Helm.
Dem Verlauf des, nun steileren, Mitterkarferners folgend steigen wir in nordöstlicher Richtung auf.
Der Vordere Brochkogel hinter uns zeigt uns eindrucksvoll seine mächtige Westwand.
Das lezte Stück am Mitterkarferner, bis zum Einstieg in die Scharte, ist wohl die Schlüsselstelle der Tour. Eine sehr steile Eiswand, mit Gestein durchsetzt, gilt es zu ersteigen und zu queren; ohne Pickel und Steigeisen ein sinnloses Unterfangen. Eine kompetente Steigeisentechnik ist Voraussetzung. Auch die Steinschlaggefahr (Helm) ist nicht zu unterschätzen.
Die leichte Kletterei bis zum Mitterkarjoch ist dann vergleichsweise einfacher. Steilere Passagen sind mit Stahlseilen und Trittbügel gesichert.
Am Mitterkarjoch ist nun der Blick auf einen Teil des Taschachferners und den Hinteren Brochkogel frei.
Spätestens am Mitterkarjoch sollte das Sicherungsseil zur Anwendung kommen - entsprechendes seiltechnisches Wissen vorausgesetzt.
In nordöstlicher Richtung unterwandern wir nun im Hochbecken des Taschachfernes Gletscherspalten und steile Gletscherflanken.
Bald sehen wir die Westseite des Wildspitzen-Gipfels. In südöstlicher Richung steigen wir etwas steiler aufwärts, gelangen in ein Gletscherbecken und steigen rechts bis zum Beginn des südwestlichen Gipfelaufbaus weiter auf.
Der Blick zurück offenbart die gewaltige Ausdehnung des Taschachferners.
Am Fuße des Gipfelaufbaus steigen wir unterhalb des Westgrats weiter auf.
Der Westgrat im Rückblick: vom flachen Gletscherbecken kommend bis zum Grat; dort links auf Schnee, bzw. Firn gipfelwärts
Die letzten Meter sind auf Blockwerk zu ersteigen oder zu erklettern.
In weiter Ferne überragt kein anderer Gipfel die Wildspitze. Eine überragende Weitsicht ist inklusive.
Im Norden erkennen wir den 3599 m hohen Similaun Grenzberg. Im Vordergrund die Kreuzspitze und links die Talleitspitze.
Im Südwesten ragt die 3738 m hohe Weißkugel deutlich aus dem Gipfelmeer empor.
Im Norden sehen wir eine Besonderheit der Wildspitze, den Nordgipfel. Ehemals höchster Gipfel mit 3774 m Höhe. Aufgrund der Gletscherschmelzprozesse sank die Höhe auf nun vermutlich etwa 3768 m, und damit unter die Südgipfelhöhe.
Wir steigen wieder ab. Mit festem Boden unter den Füßen läßt es sich natürlich entspannter telefonieren. Schließlich gibts ja nun eine Menge zu erzählen.
Ein See ohne Namen am Mitterkar. Im Hintergrund Talleitspitze (links) und Kreuzspitze (mitte).
Mit einer großen Menge an Appetit und Durst kehren wir zur Breslauerhütte zurück.
Die letzte Teilstrecke nach Vent erleichtern wir uns, ehrlich gesagt, mit dem Sessellift. Großartige Eindrücke von Tirols Oberhaupt nehmen wir mit.