
NIEDERÖSTERREICH - Südliches Waldviertel - Ysperklamm

Tour:
Ysperklamm / Druidenweg
Region: Südliches Waldviertel
Charakter:
Wandertour / Familientour;
Beeindruckende Klammwanderung mit anschließendem Weg auf den Spuren der
alten Kelten
Anreise: Bei der A1 - Abfahrt Ybbs-Persenbeug - Richtung Donaubrücke, zuerst
rechts, dann beim ersten Abzweig links Richtung Altenmarkt. Wegweiser Richtung
Ysperklamm.
Höhendifferenz: ca. 430 m im Auf- und Abstieg
Gehzeit: 4 Stunden
Die Tour Ysperklamm-Druidenweg beginnt am Parkplatz vor der Klamm beim Forellenhof.
Rechts vom Forellenhof beginnt der Klammweg. Beim großen Überblicksplan
kann man sich ein gutes Bild über die Tour und die Umgebung machen.
Es geht nun aufwärts durch die Klamm. Nehmen Sie sich beim Eintritt der Klamm vor der Riesenschlange, einer Sagenfigur, in Acht. Die Schlange bewacht hier einen Schatz. Bereits zu Beginn der Klamm bekommt man einen Eindruck von dieser romantischen Waldschlucht. Den ganzen Weg wird einen das angenehme Rauschen des Wassers begleiten.
Die Klammbegehung wird durch Steige und Brücken, deren Zustand regelmäßig kontrolliert wird, erleichtert. Ein gefahrloses Durchsteigen der Klamm ist daher möglich.
Da der Weg auch an heißen Sommertagen immer feucht ist, empfiehlt sich in jedem Fall festes Schuhwerk.
Die Ysperklamm ist seit 1952 Naturdenkmal. Sie wird von der Großen Ysper gebildet, die im Weinsberger Wald entspringt und den „Ödteich“ am Ende der Klamm durchfließt. Sie hat ein Länge von 1200m und überwindet auf dieser Länge eine Höhe von 300m.
Der frühere Name der Ysperklamm war übrigens „Ysperklause“. Obwohl nicht leicht zu erreichen, war sie lange Zeit ein beliebtes Ausflugsziel der Wiener. Mit dem Fährboot ging es sonntags bei Morgengrauen von Krummnussbaum nach Marbach. Von dort wanderte man zu Fuß nach Altenmarkt und dann durch die Klamm. Ein Weg von immerhin sechs Stunden.
Viele Bäume
und Steine sind moosbewachsen. Die Vegetation in der Klamm beeindruckt durch
das
ergiebige Grün und den dichten Bewuchs. Die großen Steine prägen
den einzigartigen Charakter der
Ysperklamm.
Beeindruckend sind immer wieder die Farben des Wassers, welche durch den Untergrund entstehen.
Das im Yspertal vorherrschende Gestein ist der Weinsberger Granit. Granit ist im Vergleich zu anderem Gestein sehr fest. Nicht von ungefähr kommt das Sprichwort „Auf Granit beissen“. Selbst dieses Gestein kann durch lang andauernde Feuchtigkeit zersetzt werden.
Das Weitental, in welchem sich auch die Ysperklamm befindet, ist Teil der Böhmischen Masse und wird als echtes „Urgebirge“ bezeichnet. Es soll einst höher gewesen sein als die Alpen. Seither sind aber mehr als 300 Millionen Jahre vergangen und dies hat sich durch Verwitterung und Abtragung wesentlich geändert. Das Ysper- und Weitental wird auch „Donauwaldviertel“ genannt.
Man sieht hier den zu den Lippenblütlern zählenden „Bunten Holzzahn“. Kennzeichnend sind die gelben Blüten mit den grossen purpurnen Flecken auf der Unterseite.
Hier gibt es einen
netten Rastplatz an dem man kurz verweilen kann. Es reiht sich auch eine Reihe
von Sagen und Geschichten um die Ysperklamm. Nehmen Sie sich vor dem listigen
Kobold in acht. An heißen Tagen findet der Kobold es sehr lustig, die
Kleider von zur Erfrischung in der Ysper Badenden zu verstecken oder sie so
zu erschrecken, dass sie ausrutschen.
Die Rote Reithbrücke ist ein Naturdenkmal. Der Klammsteig kreuzt hier einen leicht begehbaren Abstiegsweg. Die Rote Reithbrücke bildet den Übergang von der Unteren Klamm in die Obere Klamm. Der Weg führt nun weiter aufwärts und wird immer steiler.
Man kann die größere Steilheit der Klamm auch an den nun immer häufiger zu sehenden Wasserfällen erkennen. Der Weg wechselt nun mehrmals von der einen zur anderen Seite.
Es empfiehlt sich auf den Brücken stehenzubleiben und das beeindruckende Naturschauspiel des Wassers zu genießen.
Der Wald wird immer lichter und die Klamm etwas breiter.
Auf der Strecke sieht man im oberen Bereich immer mehr Blumen. Beispielsweise kann man Weidenröschen finden. Sie zählen zur Familie der Nachtkerzengewächse, welche zwischen 20 und immerhin 150 cm hoch werden können. Die Blütezeit ist von Juni bis August. Die Pflanze kommt an Waldwegen, Waldrändern, Nadelholzforsten oder auch in Gebüschen vor. Diese Art wird häufig von Bienen bestäubt.
Das Granitgestein
ist vor rund 350 Millionen Jahren als granitische Schmelze aus einer Tiefe von
10 bis 12km in der Erdkruste emporgedrungen. Dort erstarrte es und wurde dann
im Zuge der Erosion
wieder freigelegt. Daher auch die Bezeichnung Tiefengestein.
Nun erreicht man das Ende der Klamm und kommt auf eine Forststraße. Eine Bank lädt zur Rast ein.
Da es auf der gesamten Tour keine Gaststätten gibt, sollte man in jedem Fall eine kleine Jause mitnehmen.
Beim Ödteich geht es rechts weiter. Heute wächst hier ein Fichtenwald. Bis zum Jahr 1932 wurden die gefällten Holzstämme in den Ödteich geworfen. Zu bestimmten Zeitpunkten wurde das Wasser aus dem Teich durch Ziehen eines Zapfens abgelassen und dadurch wurde das Rundholz auf der Großen Ysper bis nach Ysperdorf geschwemmt. Das Poltern war kilometerweit zu hören.
Nach etwa zwei Minuten erreicht man einen Abzweig in den Wald, ersichtlich durch ein Hinweisschild. Man biegt hier rechts in den Waldweg ein. Der Weg führt nun in die entgegengesetzte Richtung. Es geht sanft aufwärts.
Einer der häufigsten heimischen Tagfalter ist das Tagpfauenauge. Es kann bis zu 3,5 cm groß werden. Die Färbung ist rötlich-braun. Kennzeichnend sind vor allem die 4 Flügel mit den großen, Augenflecken. Die Eier werden von den Weibchen üblicherweise in Brennesseln abgelegt.
Hier sehen wir einen
Kaisermantel, der sich sehr gerne auf Dostgewächsen aufhält. Das kräftiger
gefärbte Männchen hat enterhakenartige Flecken. Diese enthalten Duftschuppen,
welche beim
Weibchen die paarungsbereitschaft auslösen. Sie bewegen sich oft schwebend,
in größeren Ansammlungen, von Blüte zu Blüte.
Hier kann man auch den Russischen Bären bewundern. Typisch die schwarzen Vorderflügel mit den weißen bis gelblichen Streifen. Schaut man genau, kann man am Ende der Vorderflügel jeweils ein kleines Gesicht mit einem Augenpaar in der Mitte erkennen. Diese Schmetterlingsart ist sehr lokal in größerer Zahl an feuchten Stellen und in Wäldern anzutreffen. Diese Art wird auch als „Spanische Fahne“ bezeichnet.
Nach der Kaiserreith Quelle führt der Weg links auf der Forststraße weiter. Immer wieder eröffnen sich dabei interessante Ausblicke in das Weitental.
Weiter geht es bis
zur Phallus mit Vulva auf der rechten Seite des Weges. Der Phallus
ist ein männlicher Fruchtbarkeitsstein, weithin sichtbar vom Tal als senkrechtes
Felsband.
Die Vulva ist ein weiblicher Fruchtbarkeitsstein und zeigt sich zwischen Kopf und Rumpf des Phallus. Sie ist ein Durchschlupfloch, um das Böse abzustreifen.
Dahinter befindet sich eine Opferschale. Man weiß mit Sicherheit, dass bis Ende des 19. Jahrhunderts die Opferschale in Verwendung war. Wurde am Bauernhof Kronreith geschlachtet, so trug man das Fleisch herauf und legte es in die Opferschale. Die Opferschale ist schwer zugänglich.
Man gelangt in weiterer Folge zu einem Abzweig. Hier den Weg rechts leicht bergab gehen. Dort ist dann rechter Hand der „Sitzende Hund“ in ca. 50 m Entfernung sichtbar. Er ist ein Symbol der Frühzeit für Fruchtbarkeit und Treue. Es gibt mehrere, aber der Sitzende Hund am Kaltenberg ist einer der größten. Dann wieder zurück zum Abzweig und nun statt rechts, links den Weg 31 aufwärts.
Nach einem kurzen
Stück aufwärts erreicht man die „Stehende Schale“. Hier
beginnt der „Äußere
Steinkreis“. Die „Stehende Schale“ ist eine mit Steinen ausgeriebene
Schale (Mühlenstein).
Die Schale hat einen
Durchmesser von ca. 70 cm und eine Tiefe von 15 cm. Man schreibt ihr Meditationswirkung
zu. Die „Stehende Schale“ war wahrscheinlich ein Opferaltar, der
bei der
Christianisierung gestürzt wurde.
Die "Rune Man" ist Ihr symbolischer Wegbegleiter während der Tour. Sie verspricht geistige Entwicklung und schützt vor feindlichen Einflüssen.
Nach einem kurzen
Stück weiter aufwärts im äußeren Steinkreis, dem Hochplateau,
erreicht man den Druidentreffpunkt. Manche Steine des Steinkreises sind Schalen.
Im Steinkreis befindet sich der
Herrgottssitz - ein Pilzstein.
Im Steinkreis sind die Steine „vom Leben bis zum Tod“ mit positiver und negativer Energie besetzt.
Leicht abwärts geht es bis zum „Großen Schalenstein“. Dieser hat bis zu 70 cm Durchmesser und 35 cm Tiefe. Diese Schale trocknet nie aus, auch nicht bei langer Trockenheit.
Links am Felsen vorbei erreicht man nach ca. 100 m die Wohnhöhle. Sie hat mehrere Ein- und Ausgänge. Geht man in die Höhle, so ist linker Hand die breite Wohnhöhle und rechts vorne der Abgang. Nach ca. 2 m macht die Höhle einen Knick, dort ist eine Rutsche, welche als Fluchtweg diente.
Entlang der Markierung 31, 31a führt der Weg zunächst bergab und in weiterer Folge wieder aufwärts.
Rechts vom Weg befindet sich die Sphinx. Hier beginnt der Heilige Bezirk der keltischen Oberpriester. Dieser wird durch Kraftlinien im Norden und Süden eingegrenzt, die nördliche führt direkt durch die Sphinx.
Kurz danach erreicht man den „Steinkreis am Böndel“. Dort befinden sich 13 Schalen, welche in Altarform angeordnet sind (Opfer- und Sitzschalen). Die Oberpriester hatten hier eine erhabene Schale, und ein gute Sicht bis zum Ötscher (Keltenberg). Das gemeine Volk hatte hier keinen Zutritt.
Der Weg führt nun immer steiler abwärts. Bei einer Forststraße geht es rechts weiter.
Am Fuße des Kaltenberges führt eine Forststraße bis zur Landstraße in Siebendürfting. Hier geht es rechts weiter Richtung Ysperklamm.
Duch Wiesen geht es zurück zum Ausgangspunkt. Das letzte Stück wird auf der Landstraße gegangen.